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Fachwerk und Reben in Bermatingen

Die Postkartenidylle rund um das Bermatinger Rathaus begeistert  als  gewachsenes Fachwerkensemble und zugleich als Fingerzeig auf  die wechselvolle Geschichte dieser Gemeinde: Der Bär als Bermatinger Wappentier - erstmals 1506 als Siegel eines Bermatinger Ammanns nachweisbar - mag in Anlehnung an die Vorsilbe „Per“ entstanden sein, denn ursprünglich (779) hieß die Siedlung Permodingas.

Fachwerk in Bermatingen
Fachwerk in Bermatingen

Das älteste Gebäude des Rathausensembles  ist das heutige Gasthaus Adler, wo schon 1390, als Bermatingen ein Salemer Klosterdorf wurde, die „Tafern“ stand: eine Schankwirtschaft und zugleich Salemer Amtshaus. Die Wappenscheibe über dem Eingang (1596) deutet auf markante Begebenheiten des Zisterzienserklosters Salem hin und erinnert mit dem Wappen von Peter Müller (Mühlrad) an einen Abt, der wenige Jahre nach dem verheerenden Brand von 1590 entscheidende Impulse für den Wiederaufbau des Klosterdorfes Bermatingen gab. 

Das Gebäude in der Autenweiler Straße 1, mit der Schmalseite dem Rathaus  gegenüberliegend, zeigt ein wuchtiges Krüppelwalmdach und  Fachwerkzierformen in den Brüstungsfeldern unter den Fenstern. Der Hof ist  ein typischer Vertreter des sogenannten Bermatinger Haustyps. Von hier stammt der letzte Bermatinger Torkel, der als vielbewundertes Beispiel  handwerklicher Kunstfertigkeit  seit 1991 am östlichen Ortsausgang  steht. Der Blick reicht  zu den Rebhängen des Leopoldbergs und man mag sich daran erinnern, dass es in Bermatingen im 19. Jahrhundert noch mindestens acht Torkel gab, wo in guten Weinjahren 360 000 Liter Wein gepresst wurden. Der Wein war so begehrt, dass eine Reihe von Klöstern des Linzgaus, des Thurgaus und Oberschwabens in Bermatingen bis 1803  Höfe betrieben, die, wie der Eichenhof und das Jägerhaus, durch ihre Bauweise und Hofanlagen interessante Details aufweisen.

Ein weiteres Ensemble ist Pfaffenhofen, der südwestlich gelegene Ortsteil mit dem Kelhof, dem Hauptquartier von Eitelhans Ziegelmüller, der von hier aus zwischen März und April 1525 mit Bauern und Hörigen des westlichen Bodenseeraumes Städte, Burgen  und Klöster in seine Gewalt brachte. Am 14. April 1525, als mitten in der Nacht die großen Sturmglocken am See läuteten, zogen Hunderte von Bauern an die Hänge von Pfaffenhofen und von dort aus nach Weingarten, wo aber keine Schlacht stattfand, sondern der vielbeachtete Weingartner Vertrag  mit dem Truchsess von Waldburg geschlossen wurde.

Am Westrand von Pfaffenhofen liegt das eigentliche kunstgeschichtliche Ereignis dieser Gemeinde: Die Pfarrkirche St. Georg mit dem wuchtigen Kirchturm mit jeweils 15 „Staffeln“ am Giebel, dem dreischiffigen Langhaus und Freskenbemalung im Langhaus und im Chor.

Einige Fresken verdienen besondere Beachtung: die Seelenwaage, Auferstehungsszenen in den Arkadenzwickeln, die Chorausmalung als riesiger Wandteppich. Skulpturen von Feuchtmayer, Zürn und Morinck bereichern dieses beachtenswerte Kleinod. Nicht zu übersehen sind  die Arbeiten des Bermatinger Künstlers Erich Kaiser, der mit seiner Georgsfigur, dem schreitenden Bär, dem Bärenbrunnen und dem Passionsrelief bleibende Werte schuf.

Wer in Bermatingen lebt, wer nach Bermatingen reist, der wird nach und nach die kunstgeschichtlichen Besonderheiten entdecken. Neben der Rückbesinnung auf Vergangenes verliert man nicht den Blick auf das geschäftige Treiben in der Gegenwart, das durch Feste und Feiern in Bermatingen Höhepunkte erlebt.

Von Hahahusir bis Ahausen

752 schenkte Mothar seinen Hof mit 15 Hörigen dem Kloster St. Gallen. Der Hof  hieß Hahahusir - einer der vier Namen, die Ahausen in geschichtlicher Zeit trug. 

Fachwerk in Ahausen
Fachwerk in Ahausen

Ahausen hatte im Verlauf seiner Geschichte die verschiedensten Herren: das Kloster St. Gallen - die Schenken von Ittendorf - das adlige Damenstift in Lindau - die Stadt Überlingen von 1434 bis 1651 - dann das Liebfrauenstift Einsiedeln, 1693 das Kloster Weingarten und noch im gleichen Jahr das Hochstift Konstanz bis 1803. Ahausen wurde badisch, war selbständige Gemeinde bis zur Eingemeindung 1972.

Zwei Mühlen und die Kirche St. Jakobus bieten erste Eindrücke des Teilortes Ahausen. Von Bermatingen kommend ist der zweistöckige Fachwerkbau der sogenannten „Oberen Mühle“ mit massiv gemauertem Erdgeschoss und Eckquaderung besonders auffallend. Im Erdgeschoss war ursprünglich die Mühleneinrichtung  untergebracht. Im Obergeschoss fallen die unterschiedlichsten Fachwerkzierformen auf, so die kandelaberartig geformten  Stützen der Streben, geschwungene Rauten und sogenannte Feuerböcke.

Über die „Untere Mühle“ mit dem beeindruckenden hölzernen Mühlrad verrät eine Mühlenordnung aus dem Jahre 1681, dass jährlich an die Herrschaft 120 Eier, acht Hühner und 20 Viertel Hafer abgeführt werden mussten.

Besondere Beachtung verdient die St. Jakobus Kirche: das sogenannte Fischgrätmuster, eine besondere Mauertechnik an der Außenwand, und der Turm direkt über dem Chorraum sind markante Kennzeichen des Kirchenäußeren.  Im Kircheninneren fällt die in drei Reihen mit je sieben Bildern bemalte Wand auf. Zentrales Thema der Wandbilder ist die Erlösung der Menschheit durch den Kreuzestod. Auffallend sind die unterschiedlichen Jakobusdarstellungen:

So das im Altarblatt des linken Seitenaltars dargestellte Doppelgeschehen um Jakobus.

Ahausen feiert seine eigenen Feste - meist auch rund um die Kirche.

(H. Zitzlsperger)

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